Wenn du dich in dieser Gedankenspirale wieder erkennst, ist es Zeit, zu handeln…

2017! Ein weiteres Jahr bricht an und wieder einmal bist du mit deinem Gewicht unzufrieden? Dann könnte dein Selbstgespräch zum Jahreswechsel vielleicht so ausgesehen haben:

„Oh man, gerade habe ich erfahren, dass meine Schwester heiratet. Am 30. März. Ich freue mich so für sie, aber so wie ich aussehe, kann ich da nicht aufkreuzen. Aber Gott sei Dank habe ich noch genau drei Monate Zeit…

Gut, wenn ich jetzt anfange und pro Woche zwei Kilo zu verlieren, schaffe ich es, mein Traumgewicht bis dahin zu erreichen …“ 25 Kilo in drei Monaten? Locker. 

Und während dein perfektes Ich im Kopf schon alle Hochzeitsgäste begrüßt, stehst du da und verpasst die ersten Minuten des neuen Jahres. Natürlich hat sich fast jeder Mensch schon einmal das Ziel gesetzt, Gewicht zu verlieren, um an einem bestimmten Zeitpunkt fit und gesund auszusehen und viele erreichen dieses Ziel auch dauerhaft durch eine gesunde Ernährungsumstellung. Doch gerade Menschen mit einem gestörten Essverhalten finden sich regelmäßig in ihren Tagträumen wieder, in denen sie „schlank und schön“ sind und dadurch ihr eigentliches Leben verpassen.

Schlimmer: Sie verzeihen sich nicht, wenn es eben doch nicht immer gelingt, die meist unrealistischen, strikten Diätziele durchzuhalten.

Wo Andere vielleicht den nötigen Schuss Humor haben, um ein Ziel zu erreichen (Na, du? Jetzt hast du aber ganz schön rein gelangt! Macht nix, morgen ist ein neuer Tag und Mutti kocht einfach zu gut), gelangen Esssüchtige sofort in eine Spirale aus Selbstvorwürfen, wenn die Diät nicht penibel eingehalten wird. Somit gelingt es langfristig nicht, das Wunschgewicht zu erreichen und stets endet man wieder in der nächsten Zielsetzung…

25 Kilo in drei Monaten ist einfach nicht realistisch!

Die Autorin und ehemalige Betroffene Olivia Wollinger hat dieses Muster irgendwann erkannt. In ihrem Buch „Essanfälle adé“ gibt sie ihre Erfahrungen weiter. Als die Esssucht sie bereits jahrelang fest im Griff hatte, sagte sie irgendwann STOPP. Sie schaute in ihr Tagebuch und bemerkte, dass sie immer wieder den gleichen Satz darin findet: „Bis da und da will ich so und so viel Gewicht verlieren.“ Aber irgendwie gelang es nie…

Sie begann, endlich Verantwortung für sich zu übernehmen und startete das Projekt „Raus aus der Esssucht.” Mit an Board war diesmal ein Tagebuch, in dem sie jeden Tag schöne Momente und kleine Erfolge aufschrieb. So begann ihr erfolgreiches Schritt-für-Schritt-Programm heraus aus dem ewigen Kreislauf.

Inspiriert durch Oliva Wollingers Buch haben wir mal in unseren alten Tagebüchern gestöbert und siehe da, schon unser 11-jähriges Ich schrieb von Abnehmzielen, Gewichtsverlust und erträumte sich ein wunderbares schlankes Leben. Es hat uns schockiert, wie früh wir uns schon mit Abnehmen und Schlanksein beschäftigten und auch, wie lange die Binge-Eating-Spirale schlussendlich ein Teil unseres Lebens war.  Geht es dir ähnlich? Dann ist es wirklich höchste Zeit unrealistische Abnehmvorsätze aus deinem Leben zu verbannen und eine andere, nachhaltigere Strategie zu verfolgen.

Was machen Menschen richtig, die Essattacken für immer überwinden?

Sie begreifen, dass die regelmäßigen Fressattacken einen fest im Griff haben und sie nicht einfach von selbst verschwinden. Dass es eventuell sogar professioneller Unterstützung – in jedem Fall Arbeit an den eigenen festgefahrenen Mustern – bedarf, um Essattacken loszuwerden. (Bei einer Essattacke können die aufgenommenen Kalorien auch weit über dem Tagesbedarf liegen, es geht also nicht um „mal eine Tafel Schokolade zu viel“)

Sie ahnen, dass genau die strengen Ziele, die sich setzen, zu weiteren Essattacken führen und den Kreislauf aufrechterhalten. 25 Kilo in drei Monaten sind zum Beispiel kein realistisches Ziel! Und überhaupt: Sie wissen, dass sie an ihrer Selbstwahrnehmung arbeiten müssen und nicht primär an ihrem Gewicht.

Sie begreifen langsam, dass hinter den Essattacken mehr steckt, als „Undiszipliniertheit.“

Der ideale Tag wird nie kommen. Der ideale Tag ist heute, wenn wir ihn dazu machen. (Horaz)

Wie du Selbstliebe „trainieren“ kannst? Wir haben hier Tipps für dich gesammelt.

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