Einer dieser Samstage …

Es ist einer dieser Samstage. Ich habe mich schon viele Tage auf das Wochenende gefreut und nun liege ich hier und weiß nichts mit mir anzufangen. Ich bin traurig, ich weiß nicht wieso. Ich muss weinen und weiß nicht warum. Endlich mal die Socken stricken, die ich schon lange stricken wollte, mein Blumenbeet herrichten oder mit Yoga anfangen – meine Tu-dir-etwas-Gutes-Liste war lang. Und da liege ich Trauerspiel: Samstag Mittag, im Bett, lustlos, leer und es nervt. 

Einer dieser Samstage ...

Es nervt, immer Pläne zu schmieden und sie doch nicht anzugehen. Es nervt, immer wieder zu denken, ab morgen erobere ich die Welt und sie dann doch nicht zu erobern. Es nervt, dass ich mir lieber zwei Pizzen bestelle, als mich mit meinen Freunden zu treffen. Es nervt, dass ich Niemanden sehen mag und trotzdem Jeden auf Facebook stalke. Während ich Marie mit ihren neuen, coolen Hipster-Freunden in Barcelona betrachte und Veronika in ihrem All-Inclusive-Ostsee-Urlaub „glücklich“ verkündet, endlich verlobt zu sein, zieht sich mein Magen zusammen und ich würde eigentlich gern schlafen gehen (was sich leider als schwierig erachtet, denn ich bin gerade erst aufgewacht).

Ja sicher, ich könnte das auch haben, ich könnte sofort hier jetzt meinen Urlaub planen, mich zum Surf-Kurs auf Hawaii anmelden und – um es nicht gleich zu übertreiben – einfach meine Freunde anrufen und einen netten Grillabend starten. Beängstigend ist jedoch, dass ich vor lauter innerlicher Lähmung nichts tue…

An dem Punkt, an dem ich vor Selbstmitleid kaum mehr liegen und essen kann, beschließe ich doch noch einen Spaziergang zu wagen. Kurz überlege ich noch, ob ich wirklich in den Wald oder zum nächsten Dönerstand laufe. Ein Punkt für mich, dass ich es tatsächlich schaffe, mich 500 Meter aus dem Haus ins Grüne zu bewegen und da – da ist er schon, ein kleiner Sonnenstrahl, gefolgt von einem kleinen Mikrolächeln auf meiner Lippe: Ein Fünkchen Hoffnung – ist das Leben vielleicht doch nicht so schwer, wie ich es mir mache? Während sich meine schweren Gedanken wie ein Schleier aus meinem Kopf entfernen und ich die Bäume neben mir betrachte, vibriert es in meiner Tasche: Eine SMS von Marie, die gerade aus Barcelona zurückgekehrt ist: „Treffen heute am Hafen, jeder bringt was zum Trinken mit.“

Und da ist er, der Seufzer, der alles rückgängig macht, was sich sinnloserweise über den Tag angestaut hat.

Der Seufzer über mich selbst, ich Drama-Queen, die sich das Leben selbst oft zu schwermacht und die Gewissheit, dass man manchmal einfach wieder aufstehen muss, um sich gut zu fühlen.

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.