Diese 10 Tipps gegen Fressattacken haben uns geholfen

Auf dem Weg zu einem normalen Essverhalten wirst du dich immer wieder mit Fressattacken auseinandersetzen müssen. Es kann sein sein, dass sie dich spontan, in seelischer Not oder dein ganzes Leben lang immer mal wieder besuchen. Denn das ist dein emotionaler Ausweg, den du über Jahre hinweg erlernt hast und so schnell lässt sich das nicht einreißen.

10 Tipps gegen Fressattacken. Eine Fressattacke ist kein Weltuntergang.

Denk daran, dass auch Raucher immer wieder nein sagen müssen und manchmal von heute auf morgen wieder zur Schachtel greifen. Im Gegensatz zum Raucher kannst du das Essen leider nicht einfach von deiner Liste streichen, denn ja, du musst essen. Damit du aber eine sich annähernde Heißhungerattacke abmildern oder sogar umgehen kannst, haben wir hier zehn Tipps für dich, die uns selbst oft geholfen haben:

#1 Entscheide dich für die Fressattacke

Klingt komisch? Ist aber ein wichtiger Faktor für die langfristige Bewältigung von Essattacken. Wir kennen es alle: Wenn der überwältigende Drang nach Überessen naht, fühlen wir uns angespannt, minderwertig und wälzen zehn mal die Entscheidung hin und her, ob wir uns die ganzen Lebensmittel im Supermarkt wirklich kaufen sollten oder nicht. Aber seien wir ehrlich: Meist gewinnt der Drang und dann fühlen wir uns noch schlechter, weil wir ihm nachgegeben haben. Was ist, wenn du das System änderst? Du entscheidest dich das nächste Mal für Pizza & Co, weil du das jetzt eben möchtest. Das macht einen enormen Unterschied im Kopf. Schuldgefühle halten den Kreislauf am Leben. Denn  wenn du dich minderwertig fühlst, musst du dich mit Essen bestrafen. Probier es das nächste Mal aus: „Es ist jetzt, wie es ist.“ Du wirst sehen, dass dich der Drang so langfristig nicht mehr so überwältigt.

#2 Iss achtsam

Du hast davon wahrscheinlich bereits gehört: Achtsamkeit ist in aller Munde und auch Mahlzeiten sollten wir achtsam erleben – den Geschmack und die Beschaffenheit der Lebensmittel bewusst erfühlen und somit die Produkte wertschätzen, die wir zu uns nehmen. Ist dir aufgefallen, dass die zweite Chipstüte nicht mehr schmeckt? Das ist ein ganz natürlicher Effekt. Wenn der physische Hunger gestillt ist, braucht der Körper dir keine Genusssignale mehr senden. Versuch, während einer Heißhungerattacke kurz innezuhalten und zu schauen, ob du überhaupt noch etwas schmeckst. So ist es einfacher, aufzuhören.

#3 Du bist nicht Schuld

Eine Sucht ist eine Krankheit. Punkt. Du bist nicht undiszipliniert, auch wenn dir das die Medien oder sogar Menschen in deinem Umkreis vorgaukeln. Das Gegenteil ist der Fall: Seit Jahren kämpfst du gegen deinen Körper, der dir eigentlich sagt, was er braucht. Und du ignorierst es. Das bedarf großer Disziplin. Du wirst lernen auf deine Bedürfnisse zu hören und so die Attacken verschwinden zu lassen. Bis dahin befindest du dich, wie andere Suchterkankte auch, in einem  Genesungsprozess, der eben seine Zeit braucht.

#4 Rede darüber

Wir überessen uns heimlich. Und natürlich werden wir uns den gesamten Schokoladenteller zu Ostern niemals vor der gesamten Familie hineinstopfen. Das musst du auch nicht. Aber wenn du bisher Niemandem davon erzählt hast, versuche einem Menschen, dem du vertraust von deinem Leidensdruck und einen Fressattacken zu berichten. Trage die Sucht ein Stück heraus aus der Heimlichkeit. Offenheit tut gut. Wahrscheinlich wirst du sogar Menschen finden, die ähnliche Erfahrungen machen. Fressattacken sind in unserer Gesellschaft ein großes Tabuthema und du wirst staunen, wie viele Menschen keinen normalen Umgang mit Essen haben.

#5 Meditiere

Dreistündiges Ausharren im Schneidersitz, um eine Fressattacke zu stoppen? Keine Angst, das muss nicht sein. Bereits zehn Minuten am Tag können dir helfen, deine unbewussten Gedanken, die dich in die Essattacke treiben, loszulassen. In dem Buch „Brain over Binge“ (englisch) berichtet die Autorin, die ebenfalls jahrelang esssüchtig war, wie sie es geschafft hat, Fressattacken zu überwinden. Das Buch erhielt viele positive Resonanzen: Auf Youtube berichten Menschen davon, wie genau diese Methode ihnen geholfen hat, die Fressattacken vollständig zu überwinden. Der Ansatz ist der Meditation ähnlich: Wenn der Drang nach Überessen kommt, einfach mal innehalten, Gedanken beobachten und sich nicht von ihnen überrollen lassen. So einfach und erstaunlich es klingen mag – vielen hat es geholfen.

 

#6 Iss semi-gesundes und davon viel

Du musst Essen? Jetzt sofort und sehr viel? Dann stopf‘ dir sehr viel semi-gesunde Sachen rein. Geh also in ein nettes Lokal und bestell‘ dir einen Früchte-Smoothie und Puten-Joghurt-Dressing-Salat und Sushi und Kuskus und in Schokolade getränkte Früchte und zum Abschluss einen Brownie. Was soll das bringen? Es ist eine Essattacke-light. Anstelle von Chips, Pommes und Döner überfrisst du dich mich mit semi-gesunden Sachen. Das wird dein schlechtes Gewissen am nächsten Tag um einiges mildern. Außerdem beugt der hohe Anteil an Obst und Gemüse depressiven Verstimmungen vor. Falls Essengehen zu teuer ist – das meiste bekommst du auch im Supermarkt. Aber kaufe dir die bereits zubereiteten Produkte – du wirst zu Hause ganz sicherlich keinen Salat mehr schnippeln oder Obst mit Schokolade glasieren… .

#7 Schlafen

Geh schlafen! Du merkst wie du immer unruhiger wirst und so langsam sich alles in deinem Kopf um Essen dreht? Dann geh schlafen. Manchmal braucht deine Seele einfach nur Ruhe. Wenn du wieder aufwachst, ist der Anfall wahrscheinlich schon wieder vorbei. Die Emotionen, das Getriebene, was auch immer dich gerade so berührt, es beruhigt sich häufig alles im Schlaf.

#8 Spazierengehen

Bewegung, Natur und frische Luft ist ein super Selbsthilfepaket und kostet nichts. Also, zieh dir die Schuhe an und geh raus. Genieße die Bewegung, die Luft, die Sonne, den Wind. Lausche den Bäumen, den Vögeln, den Kindern in der Ferne und überlege dir doch einfach mal wie wunderbar schön diese Welt eigentlich ist. Gehe so lange, wie du musst und es dir gefällt. Du wirst sehen, frische Luft und Bewegung setzen Glückshormone frei, die deiner Seele wieder Kraft geben und die du jetzt gerade unbedingt brauchst.

#9 Iss auch Obst oder Gemüse während einer Fressattacke

Klingt komisch? Hilft aber. Zwischen Chipstüte und Lasagne beiß‘ doch einfach in eine Gurke, oder Banane, Apfel, Kiwi, was auch immer. Zwing dich nicht die ganze Kiwi zu essen, wenn es nicht geht! Ein Biss reicht. Und wenn es mittendrin nicht klappt, mache es am Ende, wenn du schon wieder etwas klarer denken kannst. Obst oder Gemüse kann helfen die Attacke zu mildern, weil es das schlechte Gewissen nicht noch weiter anstachelt und du damit schneller aus dem Teufelskreis wieder herauskommst. Es hilft aber auch die schlechten Gewissen am Ende der Fressattacke nicht zu sehr ausarten zu lassen, so dass du nicht gleich in den nächsten Strudel stürzt. Außerdem freut sich dein Magen und ist vielleicht am nächsten Tag nicht ganz so nachtragend.

#10 Es ist ok!

Du bist mittendrin in einer Fressattacke und nichts hat geholfen? Dann akzeptiere es und nimm es an. Heute ging es dir nicht gut und dir fehlte die Kraft. Du. Brauchtest. Das. Na und? Du bist ein Mensch, keine Maschine. Deswegen mach dir keine Sorgen um die Kalorien und glaube ja nicht, dass du versagt hättest. Heute war ein blöder Tag und morgen wird es besser. Du wirst morgen ganz normal weiter essen, dir was nettes Kochen, und auf keinen Fall versuchen die Kalorienbilanz irgendwie auszugleichen oder im Fitnessstudio abzustrampeln. Es ist ok, du bist ein Mensch.

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3 Gedanken zu „Diese 10 Tipps gegen Fressattacken haben uns geholfen

  • Januar 7, 2017 um 12:47 pm
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    Die meisten von diesen Tipps habe ich nie gehört! Top. Meditieren habe ich schon paar mal probiert, aber ich finde es echt schwierig, meine Gedanken abzuschalten..

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    • Januar 7, 2017 um 7:48 pm
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      Hallo Georgina, danke für deinen Kommentar! Meditieren ist natürlich auch eine Übungssache. Am besten du fängst da da ganz langsam an. Zehn Minuten jeden Abend über einen Zeitraum von ein paar Wochen reichen am Anfang völlig aus und dann nach einiger Zeit kannst du schauen, ob diese Technik für dich nützlich ist. 🙂

      http://de.wikihow.com/Meditieren Diese Anleitung finde ich persönlich sehr gut und leicht verständlich dargestellt!

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    • Mai 10, 2017 um 8:50 am
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      Kleiner Tipp, um dir das Meditieren vielleicht etwas einfacher zu machen. Atme bewusst und sage dir im Inneren „ein“ beim Einatmen und „aus“ beim Ausatmen. Sei Achtsam wo du die Atmung spürst z.B. Brustbereich, Bauchbereich oder vielleicht sogar ein feiner Hauch an den Nasenflügeln. Das Gedanken auftauchen, ist ganz normal und darf sein, doch versuche sie ziehen zu lassen und dich auf die Atmung zu konzentrieren…. ein … und aus…. Übertreibe auch anfangs nicht mit der Übungszeit, stell dir einen Wecker.. 5 Min…, nach längerem Üben 10 Min…., und immer weiter. Setzt dich nicht unter Druck, denn es soll auf jeden Fall Spaß machen und dich entspannen. Alles Liebe und viel Sonne im Herzen <3

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