Selbstliebe vs Fressattacken: Fangt an, euch selbst zu lieben!

Was Selbstliebe mit Fressattacken zu tun hat? Sehr viel, denn wenn wir uns selbst lieben würden, müssten wir uns Liebe nicht durch Essen holen. Wenn wir uns selbst lieben würden, müssten wir unseren Körper mehr wertschätzen und ihn nicht mit Essen vollstopfen. Wenn wir uns selbst lieben würden, müssten wir nicht stets perfekt sein wollen…

Unsplash © Benjamin Combs
# Der Realität ins Auge blicken

Viele Menschen mit einem Essproblem trauen sich nicht einmal mehr in den Spiegel zu schauen. Oder der Gang zur Waage gleicht einem Feldzug. Letztlich ist dies nichts anderes als Verdrängung. Und wir alle nutzen Verdrängung als Selbstschutz. Verdrängung erlaubt es uns, unangenehme Gefühle einfach in die unterste Schublade unseres Bewusstseins zu stecken und ein ganzes Leben auf einer unsicheren, auf Angst geprägten Basis aufzubauen.

Doch Verdrängung heißt nicht umsonst VerDRÄNGUNG. Negative Gefühle werden so nicht aufgelöst. Sie werden zurückkommen, irgendwann, und eigentlich wissen wir das auch! Schon mal Kummer mit Alkohol ertränkt und am nächsten Morgen mit einem tiefen Trauer- oder Leeregefühl aufgewacht? Genau da schlägt das verdrängte Gefühl zurück. Und genau das passiert auch in der Esssucht.

Ein unangenehmes Gefühl keimt in unserem Unterbewusstsein auf und damit wir es ja nicht fühlen, geschweige denn, uns mit ihm auseinandersetzen müssen, wird es einfach „weg“gegessen.

Genauso verhält es sich mit der Verdrängung des eigenen Selbstbilds. Eigentlich mag sich niemand mit einem gestörten Essverhalten genau so, wie er oder sie ist. Und ja, es ist schwer, enorm schwer. In den ständigen Selbstvergleichen mit Anderen schneiden wir schlecht ab. Diese Reiterhosen… dieser Bauch…und wieder passt mir diese Hose nicht…..ich könnte mich ja lieben, wenn das und das nicht wäre….

Schluss damit! Schon einmal darüber nachgedacht, dass es ist, wie es ist? Und das wir unser Aussehen nicht durch schlechte Gefühle und Selbstverdammung ändern können? Was macht es für einen Unterschied, ob wir mit Selbsthass oder Vorfreude durch den Tag gehen? An der Wahrnehmung der anderen wird es nichts ändern. Nur dein Kopf spielt verrückt! Es ist wichtig zu erkennen, dass sich unsere Selbstwahrnehmung nur in unserem Inneren abspielt.

Es ist okay, abnehmen zu wollen und es ist okay sich selbst nicht perfekt zu finden, aber es ist ebenso wichtig, dass wir die Realität – also so, wie wir objektiv aussehen – tatsächlich sehen und akzeptieren. Die Anerkennung der Realität ist der erste Schritt zur Besserung.

Schaut euch an! Schaut in den Spiegel, auch wenn dass, was ihr seht, nicht gut genug ist. Das seid ihr und so tretet ihr in die Welt. Wenn ihr an eurem Aussehen etwas ändern wollt, dann ist das jetzt euer Ausgangspunkt. Das Wichtigste ist, sich selbst zu sagen, „Ja, das bin ich und so sehe ich aus“ und das ist wahnsinnig erleichternd!

# Selbstakzeptanz (auch wenn es schwer ist!)

Und nun, akzeptiere dein Spiegelbild. In jeder noch so kleinen Situation. Du kommst an einem Schaufenster vorbei und denkst mal wieder, „man, bin ich breit?“ Bleib nicht an dem Gedanken hängen. Vielleicht gibt es auch etwas anderes Schönes in der Umgebung zu erblicken. Ein schöner Baum, den tollen Schal, den du gerade anhast oder ein nettes Lächeln eines Passanten. Konzentrier dich auf die schönen Dinge und sag dir: „Gut, dann sehe ich eben breit aus. Die Welt ist dadurch nicht dem Untergang geweiht.“

Oder ein Familienmitglied macht mal wieder eine verunsichernde Bemerkung zu deinem Aussehen? Gut, das ist sein Problem. Hast du schon einmal bemerkt, dass Menschen, die du lieb und bewundernswert findest, nie abwertende Bemerkungen machen? Das liegt daran, dass solche Menschen mit sich selbst zufrieden sind.

Unsichere Menschen machen verunsichernde Bemerkungen. Authentische und in sich ruhende Menschen geben dir ein gutes Gefühl.

Nur was du von dir selbst denkst, macht einen Unterschied in deinem Leben. Du kannst es in jedem Moment entscheiden: Willst du dich gut oder schlecht fühlen?

# Tu dir was gutes

Klar, in einem Drei-Wochen-Kurs werden wir nicht zu Buddha. Aber du kannst dich jeden Tag in kleinen Schritten für ein gesünderes Leben entscheiden. Wenn du einen schlechten Tag hast und nur noch essen willst, kannst du dir als Gegenreaktion etwas Gutes tun. Ein Spaziergang, eine entspannende Wanne oder ein Telefonat mit Freunden – nur, weil eine Fressattacke heute deine Pläne durchkreuzt hat, heißt das nicht, dass du deinen ganzen Tag unter der Bettdecke verbringen musst.

# Klopf dir auf die Schulter

Aus Gesprächen mit Betroffenen wissen wir, dass Selbstliebe und die Akzeptanz des eigenen Körpers unverzichtbare Bestandteile auf dem Weg zu einem normalen Essverhalten sind. Wir wissen aber auch, dass über Nacht keine Wunder geschehen. Es braucht wirklich eine lange Zeit, oft Jahre, bis man es schafft, schlechte Gefühle einmal nicht mit Essen zu kompensieren. Deswegen ist es umso wichtiger, die gemeisterten Hürden wertzuschätzen. Du hast den Berg vielleicht noch nicht erklommen, aber du hattest den Mut dich auf den Weg zu machen. Jedes Hindernis auf diesem Weg erfordert viel Kraft. Deswegen sei stolz auf jeden Fortschritt und klopf dir immer mal wieder selbstverliebt auf die Schulter!

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